Der Golf von Mexiko wird zur Todeszone

Veröffentlicht am 8.8.2017 auf  t-online.de

Vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana, im Golf von Mexiko, breitet sich eine der größten Todeszonen aus, die dort je gemessen wurde. Untersuchungen deuten darauf hin, dass vor allem die Fleischindustrie dafür verantwortlich sein könnte.

Wer wegschwimmen oder wegkrabbeln kann, überlebt. Wer bleibt, stirbt – durch Ersticken, oder weil keine Nahrung mehr da ist. Schlechte Aussichten für Krustentiere, Fische und Millionen andere Lebewesen im Golf von Mexiko: Vor der Südostküste der USA breitet sich ein riesiges, sauerstoffarmes Gebiet aus, das jedes Leben darin gefährdet.

Die Todeszone reicht von Texas bis nach Florida, ist rund 23.000 Quadratkilometer groß. Das entspricht in etwa der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern.

Neue Untersuchungen der wissenschaftlichen Behörde U.S. Geological Survey zeigen: Nie war der gemessene Sauerstoffgehalt im Golf von Mexiko vor der Südostküste der USA so gering wie diesen Sommer. Die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (NOAA) hatte im Juni erwartet, dass rund 2.000 Quadratkilometer weniger betroffen sein würden.

Abwasser von Fleischproduzenten verunreinigt Meerwasser

Eine Ursache für die Entstehung der Todeszone im Golf von Mexiko ist nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth die Viehzucht im mittleren Westen der USA: Firmen aus der Fleischindustrie pflanzen dort auf riesigen Anbauflächen für gezüchtete Tiere vor allem Mais und Soja an.

Mighty Earth weist darauf hin, dass in diesen Gebieten Giftstoffe und Salze in Düngemitteln gefunden wurden. Die Stoffe seien in umliegende Bäche und Flüsse wie den Mississippi gelangt – und von dort in den Golf von Mexiko gemündet.

In der Meeresbucht sorgt der Schmutz für eine Unterversorgung an Sauerstoff: Salze und andere Nährstoffe im Dünger produzieren Algen. Diese lagern sich am Boden des Meeres ab und lassen Bakterien entstehen, die den Sauerstoffgehalt im Wasser verbrauchen. Die Todeszone entsteht.

Weil vor allem Fische das sauerstoffarme Wasser im Golf von Mexiko meiden, leiden auch Fischer: Sie fürchten Umsatzeinbußen.

Die Rolle von McDonald’s, Burger King und KFC

Verantwortlich für die Verschmutzung im Golf von Mexiko ist laut Mighty Earth vor allem ein US-amerikanischer Nahrungsmittelproduzent: Tyson Foods – der größte Fleischkonzern der USA. Er produziert, vermarktet und exportiert Hühnchen-, Schweine- und Rindfleisch, beliefert unter anderem McDonald’s, Burger King, Kentucky Fried Chicken (KFC), Wendy’s und Wal-Mart.

Nach einem Bericht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth schlachtet Tyson Foods wöchentlich rund 35 Millionen Hühner, 125.000 Rinder und 415.000 Schweine. Die Anbaufläche des Konzerns wies in einer Analyse von Mighty Earth eine besonders hohe Dünger-Verschmutzung auf – und die höchste Nitrat-Konzentration aller Fleischproduzenten, die von der Umweltschutzorganisation analysiert und verglichen wurden.

Eine Sprecherin von Tyson Foods sagte dem „Guardian“, dass der US-Konzern den Bericht von Mighty Earth für unausgewogen halte. Tyson Foods teile nicht die Kritik der Umweltschutzorganisation, allerdings deren Interesse für Umweltschutz.

Link zum Beitrag, der am 8.8.2017 bei t-online.de veröffentlicht wurde.

 

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