Klimaschutz beginnt im Kopf

Veröffentlicht am 5.12.2015. In: Frankfurter Neue Presse

1,3 Millionen Euro hat die Stadt Frankfurt im vergangenen Jahr gespart – weil über hundert Schulen ihre Energie- und Wasserkosten verringert haben. Wie die Schulen das geschafft haben, zeigten sie am Freitag mit Kurzfilmen in der Bockenheimer Max-Beckmann-Schule. 

Es ist weit vor 20 Uhr, doch auf einer Leinwand in der Max-Beckmann-Schule läuft bereits die „Tagesschau“: Nachrichtensprecher und „Anchorman“ Noah Starziczky berichtet über den Klimawandel, schaltet rüber zur Außenreporterin Celina Gebrehiwot. Die steht am Frankfurter Osthafen vor einer „Strom-zu-Gas“-Anlage und lässt sich von einem Energietechniker erklären, warum es dem Klimaschutz nützt, wenn Energie und Wärme gekoppelt werden.

Starziczky und Gebrehiwot arbeiten nicht für die „Tagesschau“, sie sind Schüler der Nieder.Eschbacher Otto-Hahn-Schule. In einem selbst produzierten Kurzfilm veranschaulichten die Schüler, wie wichtig es ist, Energie zu sparen.

Ausgezeichnet kreativ

Für ihren Film wurden die Otto-Hahn-Schüler am Freitagmorgen in der Aula der Bockenheimer Max-Beckmann-Schule von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) ausgezeichnet – stellvertretend für hunderte weitere Schüler, Lehrer und Mitarbeiter aus Frankfurter Schulen. Der Anlass: vorbildliches Energiesparen.

Um Schulen zum Energiesparen zu motivieren, startete die Stadt 1997 ein Energiesparprojekt. Dessen Name: „Erfolgsbeteiligung für nutzerbedingtes Energie- und Wassersparen an Frankfurter Schulen.“ Das Konzept: Schulen, die sich am Projekt beteiligen, erhalten 50 Prozent der eingesparten Kosten als Erfolgsbeteiligung. Die anderen 50 Prozent investiert das Hochbauamt für weitere Energiesparmaßnahmen an Schulen. Koordiniert wird das Projekt vom Verein „Umweltlernen in Frankfurt“ und dem Schulamt der Stadt Frankfurt.

Stadträtin Sarah Sorge (Grüne) freut sich mit Schülern der ausgezeichneten „Energiesparschulen“ (v.l.): Stefan (13, Liebiggymnasium), Ben (15, IGS Nordend), Moritz (14, Elisabethengymnasium) und Noah (17, Otto-Hahn-Schule). Foto: Andreas Wolf

Im vergangenen Jahr beteiligten sich 108 der rund 160 Frankfurter Schulen am Projekt. In „Energie-Teams“ entwickelten hunderte Schüler, Schulhausverwalter und Lehrer Ideen, wie sich der Energieverbrauch in Schulen und zu Hause reduzieren lässt. Fünf Schulen setzten ihre Ideen filmisch um und wurden daher ausgewählt, ihre Ideen auf der Leinwand vorzustellen.

Lehrreiche Filmbeiträge

Die Schüler drehten ihre Filme überwiegend selbst, wirkten teils auch als Schauspieler mit. So wie die Schüler der IGS Nordend: Im Stil der „Marvel“-Comics veranschaulichten die Schüler, warum sie sich „ab sofort mehr ums Energiesparen kümmern wollen“, wie Ben (15) beteuerte.

Die Schüler des Liebiggymnasium spielten nicht selbst die Hauptrollen in ihrem Film, sondern ließen Lego-Figuren erklären, wie sich zu Hause Energie sparen lässt. Die Botschaft: „Nicht chatten, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft!“

Die Elisabethenschüler gaben weitere Energiespartipps für den Schulalltag: Heizungen und Bewegungsmelder nach dem Unterricht ausstellen, Isotüren schließen, Müll trennen, Pflanzen nutzen. Sorge freute sich, dass mit der Fridtjof-Nansen-Schule kurzfristig auch eine Grundschule einen Videobeitrag eingereicht hatte.

Energie für 740 Familien

Mit ihren Ideen senkten die Schulen den Stromverbrauch der Stadt im vergangenen Jahr um 15 000 Megawattstunden – das entspricht dem Energiebedarf von 740 Familien. Außerdem verringerten die Schulen den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) um 4500 Tonnen – das Volumen einer Milliarde Luftballons.

Der geringere Energieverbrauch mache sich auch finanziell bemerkbar, sagte Sorge. Durch die reduzierten Energie- und Wasserkosten spare die Stadt 1,3 Millionen Euro – so viel wie nie seit Projekt-Beginn. Das Resümee von Grünen-Politikerin Sorge: „Klimaschutz beginnt im Kopf.“

*Die hier im Blog veröffentlichte Version unterscheidet sich von der Version in der FNP.

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