Lebendig gekocht: Guru stirbt nach Stunt in Riesen-Wok

Veröffentlicht in B.Z. am 26.10.2017

Der taoistische Guru Lim Ba (65) wollte bei einem Stunt in Malaysia seine körperliche Ausdauer zur Schau stellen – und ließ sich versehentlich zu Tode kochen.

Links: Der Guru lässt sich vor seinem Stunt feiern. Rechts: Anhänger ziehen den Mann aus dem Wok

75 Minuten im Wok – das war seine Bestzeit. Lim Ba hatte den heißen Stunt mehrmals im Dampfer durchgeführt. Auch am Montag wollte der 65-Jährige seine Paradenummer zeigen, vor dem Kuala-Sanglang-Qinglong-Tempel in Ayer Tawar (Malaysia).

Mitarbeiter des Tempel nannten das Ritual eine „magische Leistung“.

Hier wird der Wok über dem Guru abgedichtet (Foto: Screenshot metro.co.uk)
Der Wok wurde über dem Guru abgedichtet (Foto: Screenshot metro.co.uk)

Doch dieses Mal lief das Experiment schief: Ein Video zeigt, wie Gefolgsleute in weißen Anzügen ihren spirituellen Führer nach 30 Minuten verzweifelt aus dem dampfenden Wok ziehen. Der Guru windet sich vor Schmerzen, unter ihm im Wok wütet das Feuer!

Herzinfarkt und Verbrennungen zweiten Grades

Der Kultführer wurde ins Krankenhaus gebracht, dort später für tot erklärt. Vermutung der Ärzte: Herzinfarkt! Lim Ba hatte auch Verbrennungen zweiten Grades erlitten.

Sohn Kang Huai (32) sagte laut Medienberichten, dass die Familie den Mann gebeten habe, das Ritual zu stoppen. Der Familienvater habe sich aber immer geweigert.

Seine Anhänger versuchen den Guru zu retten - vergeblich (Foto: Screenshot metro.co.uk)
Seine Anhänger versuchten den Guru zu retten – vergeblich (Foto: Screenshot metro.co.uk)

Kang: „Die Geräusche aus dem Wok waren nicht normal. Daher wussten wir, dass etwas nicht stimmte.“ Als der Krankenwagen eintraf, habe sein Vater bereits aufgehört zu atmen.

Vergangenes Jahr habe Lim Ba einen Bypass bekommen, weil er unter Atemproblemen gelitten hätte, sagte Kang. „Meine Mutter Ch’ng Siew Hong, meine Schwestern und ich sind sehr traurig. Unser fröhlicher Vater hat uns für immer verlassen:“

Tochter: „Er hat es für seine Fans getan“

Berichten zufolge hatte der Guru den Stunt über das letzte Jahrzehnt wiederholt gezeigt. Warum er nun scheiterte, ist unklar.

Tochter Wei Ling (37) sagte, ihr Vater habe sich auf der Fahrt zum Tempel unwohl gefühlt und „seinen Appetit verloren“. Sie glaubt, er habe das Ritual für seine Fans fortgesetzt. „Er war froh, sie zu sehen, und sie liebten ihn. “

Der Tempel hat alle Veranstaltungen abgesagt. Als Zeichen des Respekts für den Toten.

Der Präsident der taoistischen Vereinigung Malaysias, Tan Hoe Chioew, teilte mit, dass das Ritual nur selten durchgeführt werde. Wie der Stunt vorereitet wird, dazu wollte sich Chioew nicht äußern – fügte aber hinzu: „Im Allgemeinen ist es nicht ratsam.“

 

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